Ein ansprechbarer Patient hustet nach dem Essen kräftig und kann sprechen. Welche erste Maßnahme ist richtig?
Zum weiteren Husten auffordern, eng beobachten und auf eine Verschlechterung achten.
Welches oropharyngeale Hilfsmittel hält bei einem bewusstlosen Patienten ohne Würgereflex die Zunge vom Rachen fern?
Der Guedel-Tubus (oropharyngealer Atemweg).
Anfallsartige Atemnot mit verlängertem Ausatmen und pfeifenden Atemgeräuschen ist typisch für welches Krankheitsbild?
Asthma bronchiale beziehungsweise akute Bronchialobstruktion.
Welcher Bestandteil einer Reservoirmaske muss vor dem Aufsetzen mit Sauerstoff gefüllt sein, damit eine hohe inspiratorische Sauerstoffkonzentration möglich ist?
Der Reservoirbeutel.
Wie heißt ein hochfrequentes, meist inspiratorisches Atemgeräusch, das für eine relevante Verengung der oberen Atemwege spricht?
Stridor.
Ein Patient kann nach einem Bissen nicht sprechen und hustet nur noch kraftlos. Welche Maßnahme erfolgt zunächst bei schwerer Fremdkörper-Atemwegsverlegung?
Bis zu fünf Rückenschläge zwischen die Schulterblätter geben.
Bei welchem Patienten ist ein Guedel-Tubus wegen eines vorhandenen Schutzreflexes in der Regel ungeeignet?
Beim wachen oder nicht tief bewusstlosen Patienten mit erhaltenem Würgereflex, weil Erbrechen und Aspiration ausgelöst werden können.
Ein Patient mit bekannter COPD hat zunehmende Atemnot, Husten und exspiratorisches Giemen. Welches besondere Risiko ist bei der Sauerstoffgabe zu bedenken?
Ein Risiko für hyperkapnisches Atemversagen; Sauerstoff wird kontrolliert titriert und die SpO₂ eng überwacht.
Welcher SpO₂-Zielbereich gilt in der Akutversorgung für einen nicht beatmeten Erwachsenen ohne Hyperkapnierisiko?
SpO₂ 92–96 %; Sauerstoff auf diesen Zielbereich titrieren.
Wie heißt das schnarchende Atemgeräusch beim bewusstseinsgeminderten Patienten, das häufig durch ein Zurücksinken der Zunge entsteht?
Schnarchen (Stertor); es weist auf eine mögliche A-Problematik durch Verlegung der oberen Atemwege hin.
Nach bis zu fünf wirkungslosen Rückenschlägen besteht bei einem wachen Erwachsenen die schwere Fremdkörper-Atemwegsverlegung fort. Was folgt?
Bis zu fünf abdominelle Kompressionen durchführen; bei anhaltender Verlegung Rückenschläge und abdominelle Kompressionen im Wechsel fortführen sowie Hilfe nachfordern.
Wie wird die ungefähre passende Länge eines Guedel-Tubus am Erwachsenen abgeschätzt?
Von Mundwinkel bis Ohrläppchen beziehungsweise Tragus messen; zusätzlich Herstellerkennzeichnung und korrekten Sitz beachten.
Starke Atemnot im Sitzen, feuchte Rasselgeräusche und eventuell schaumiger Auswurf sprechen besonders für welches B-Problem?
Akutes Lungenödem.
Welcher SpO₂-Zielbereich gilt typischerweise bei Hyperkapnierisiko, zum Beispiel bei COPD?
SpO₂ 88–92 %; Sauerstoff vorsichtig titrieren und überwachen.
Welche bläuliche Verfärbung von Lippen, Zunge oder Haut ist ein Warnzeichen für eine mögliche unzureichende Oxygenierung?
Zyanose.
Ein Patient mit Fremdkörper-Atemwegsverlegung wird bewusstlos und atmet nicht normal. Wie wird weiter vorgegangen?
Reanimation beginnen; den Mund nur bei sichtbarem Fremdkörper kontrollieren und keine blinde Fingerausräumung durchführen.
Welches nasopharyngeale Hilfsmittel kann bei erhaltenem Würgereflex besser toleriert werden, sofern keine relevante Gesichtsverletzung oder ein Schädelbasisfrakturverdacht besteht?
Der Wendl-Tubus (nasopharyngealer Atemweg).
Nach einem Thoraxtrauma treten plötzlich einseitige Thoraxschmerzen und Atemnot auf; einseitig ist das Atemgeräusch deutlich abgeschwächt. Welches Krankheitsbild ist wahrscheinlich?
Pneumothorax; bei zunehmender Atemnot oder Kreislaufverschlechterung an einen Spannungspneumothorax denken und unverzüglich höherqualifizierte Hilfe nachfordern.
Ein Patient atmet nur 6-mal pro Minute sehr flach und zeigt keinen ausreichenden Thoraxhub. Welche B-Maßnahme ist angezeigt?
Assistierte Beutel-Masken-Beatmung mit geeignetem Sauerstoffanschluss, dichter Maskensitz und sichtbarer Thoraxhub; unverzüglich Unterstützung nachfordern.
Welche Messgröße zeigt das Pulsoxymeter an und welche wichtige Atemstörung kann es allein nicht sicher beurteilen?
Es zeigt die periphere Sauerstoffsättigung (SpO₂) an; Ventilation beziehungsweise CO₂-Elimination wird damit nicht sicher beurteilt. Die klinische B-Beurteilung bleibt notwendig.
Nach Erbrechen sind Sekret und Mageninhalt im Mund sichtbar; gurgelnde Atemgeräusche bestehen. Welche A-Maßnahme hat Vorrang?
Den Atemweg unter Sicht freimachen und mit geeignetem Absaugkatheter absaugen; Wirkung und Atmung anschließend sofort erneut beurteilen.
Ein bewusstloser Patient atmet normal, hat aber wiederholt Sekret im Mund; es besteht kein Trauma-Hinweis. Welche Lagerung unterstützt den Schutz vor Aspiration?
Stabile Seitenlage mit freiem Mund-/Rachenraum und Absaugbereitschaft; Atmung und Bewusstseinslage fortlaufend kontrollieren.
Nach einem Insektenstich entwickelt ein Patient rasch Heiserkeit/Stridor und zusätzlich exspiratorisches Giemen. Welches zeitkritische Krankheitsbild betrifft hier A und B?
Anaphylaxie mit drohender oberer Atemwegsverlegung und Bronchospasmus; Atemweg vorbereiten, eng überwachen und sofort höherqualifizierte Hilfe nachfordern.
Wie wird bei der Beutel-Masken-Beatmung eine Überblähung und Mageninsufflation möglichst vermieden?
Jeden Atemzug über etwa eine Sekunde langsam geben und nur bis zu einem gerade sichtbaren Thoraxhub beatmen; eine Zweihelfertechnik verbessert bei Verfügbarkeit den Maskensitz.
Nenne die Kernbestandteile der B-Beurteilung im ABCDE-Schema und das Vorgehen nach einer Maßnahme.
Thorax und Atemarbeit inspizieren, Atemfrequenz/-tiefe beurteilen, Thorax beidseits palpieren und auskultieren sowie SpO₂ messen; nach jeder Maßnahme Wirkung prüfen und bei Verschlechterung erneut bei A beginnen.