Recht & Gesetz
Jugendkriminalität
Im Gerichtssaal
Bonus: Der Fall Jasper
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Für welche Altersgruppe gilt das Jugendstrafrecht?

Von 14 bis 17 Jahren. 

Wer unter 14 ist, kann gar nicht bestraft werden, ab 18 gilt grundsätzlich das Erwachsenenstrafrecht.

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Wie nennt man den Prozess, in dem ein Mensch die Regeln und Werte seiner Umwelt lernt?

Sozialisation

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Wer leitet die Verhandlung und entscheidet am Ende?

Die Jugendrichterin oder der Jugendrichter.

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Jasper war schon zweimal auffällig und ist trotzdem nicht vorbestraft. Wie geht das?

Mit 13 war er nicht strafmündig, es gab nie ein Verfahren.

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Wo ist festgelegt, welche Taten in Deutschland strafbar sind?  

Im Strafgesetzbuch (StGB), und zwar für Jugendliche und Erwachsene gleich.

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Warum reicht eine Schlagzeile nicht aus, um zu beurteilen, wie verbreitet Jugendkriminalität ist?

Schlagzeilen berichten über Einzelfälle, und zwar über besonders spektakuläre. Für eine Aussage über das Ausmaß braucht es Statistiken.

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Wen vertritt die Staatsanwaltschaft? 

Wen vertritt der Anwalt?

Die Allgemeinheit.

Den Angeklagten.

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Wer hat in der Verhandlung das letzte Wort gehabt, bevor sich das Gerichts zur Urteilsfindung zurückgezogen hat?

Jasper. Der Angeklagte hat immer das letzte Wort, bevor entschieden wird.


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Wie heißen die drei Sanktionsmöglichkeiten im Jugendstrafrecht?

Erziehungsmaßregeln, Zuchtmittel, Jugendstrafe.

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Was ist der Unterschied zwischen dem sogenannten Hellfeld und Dunkelfeld?

Hellfeld sind die der Polizei bekannten Taten (z.B. in der polizeilichen Kriminalstatistik). 

Dunkelfeld meint die Taten von denen die Polizei nichts erfährt.

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Was macht die Jugendgerichtshilfe, und warum gibt es sie nur im Jugendstrafrecht?

Sie berichtet über die Lebenssituation und schlägt eine Maßnahme vor, weil das Gericht nicht nur die Tat, sondern den Menschen sehen soll.

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Warum war bei der Verhandlung Jaspers Elternteil dabei, schließlich waren seine Eltern nicht an seiner Straftat beteiligt?

Weil die Erziehung weiter bei ihnen liegt. 

Eltern sind Erziehungsberechtigte und haben ein Anwesenheits- und Anhörungsrecht.

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Was ist mit Bagatelldelikt gemeint? Nenne ein Beispiel.

Ein Bagatelldelikt meint eine Straftat mit geringem Schaden und geringer Schuld. Typische Beispiele sind Schwarzfahren, illegales Streamen oder der Diebstahl einer Sache von geringem Wert.  


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Erklärt den Unterschied zwischen primärer und sekundärer Sozialisation.

Primäre Sozialisation = Einfluss der Familie

Sekundäre Sozialisation = Einfluss von Freunden, Schule und Medien

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Warum kann derselbe Fall vor zwei Gerichten zu unterschiedlichen Urteilen führen?

Weil das Jugendstrafrecht einzelfallorientiert entscheidet. Es gibt kein festes Strafmaß, sondern das Gericht wählt die Maßnahme, die bei diesem Jugendlichen am ehesten wirkt.

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Warum sind Verhandlungen gegen Jugendliche nicht öffentlich?

Zum Schutz der Jugendlichen, damit sie nicht öffentlich bloßgestellt werden.

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Was ist das wichtigste Ziel des Jugendstrafrechts?

JGG § 2:

"Die Anwendung des Jugendstrafrechts soll vor allem erneuten Straftaten eines Jugendlichen oder Heranwachsenden entgegentreten."

Erziehung vor Strafe

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Trefft drei Aussagen über Jugendkriminalität, die sich aus der Statistik herausarbeiten lassen.

Folgende Aussagen lassen sich aus der Statistik ablesen:

  • Jungen sind deutlich häufiger tatverdächtig als Mädchen.
  • Ebenso Nichtdeutsche. 
  • Jugendliche sind gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil häufiger tatverdächtig als Erwachsene.
  • Die meisten Straftaten sind Bagatelldelikte
  • Die Jugendkriminalität ist langfristig zurückgegangen.
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Schätzfrage für alle: Wie viel Prozent der Jugendstrafverfahren landen gar nicht erst vor Gericht? 

Etwa zwei Drittel der Fälle werden vorher eingestellt. Also 66%.

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Was wissen wir über Jaspers Leben außerhalb der Tat? Nennt mindestens zwei Dinge, die im Verlaufe des Gerichtsprozesses herauskamen.

Nennen lässt sich hier z.B.:

  • Die Eltern haben sich getrennt
  • Der Elternteil, bei dem er lebt, arbeitet viel, Jasper ist viel allein.
  • In der Schule ist er unauffällig
  • Den Sportverein musste er aufgeben, weil der Beitrag nicht mehr bezahlt wurde.
  • Nach der Tat hat er sich von sich aus beim Mitarbeiter entschuldigt.
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