Anatomie/Physiologie der Atemwege & RSV
Besonderheiten der kindlichen Atmung
Asthma Bronchiale I
Asthma Bronchiale II & EACH-Charta
Hyposensibilisierung
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Nennen Sie drei Organe, die an der Atmung beteiligt sind.

- Nase
- Lunge
- Rachen
- Nasennebenhöhlen
- Kehlkopf
- Luftröhre
- Bronchien
- Bronchiolen
- Alveolen (Lungenbläschen)

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Was bedeutet der Begriff Bradypnoe?

- Atemfrequenz, die unterhalb der physiologischen Atemfrequenz liegt
(bei Ngb. Bradypnoe = <30)

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Nennen Sie drei mögliche Auslöser von Asthma Bronchiale.

  • Allergene (bei Allergikern, z. B. Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare, Schimmel)
  • Infekte der Atemwege (z.B. Erkältungskrankheiten)
  • Psychische „Belastungen“ (z.B. Stress oder starke Emotionen)
  • körperliche Anstrengungen
  • Physikalische oder chemische Reize, z.B. kalte Luft, trockene Luft, hohe Luftfeuchtigkeit, Nebel, Wetterwechsel, Temperaturschwankungen, Rauch (auch Passivrauchen), Staub, Luftverschmutzung (Stickoxide/Ozon) Duftstoffe, Reizgase, Chemikaliendämpfe (z.B. Haarsprays)
  • Arzneimittel
  • Nahrungsmittelzusätze
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Nennen Sie drei pflegerische Maßnahmen, die Sie bei einem Asthmaanfall eines Patienten ergreifen könnten.

- Ruhe bewahren und Patient beruhigen
- Atemerleichternde Positionen ermöglichen, z.B. Kutschersitz
- Anleitung zu Atemtechniken, z.B. Lippenbremse
- Unterstützung der Medikamentengabe, z.B. Inhalation mit verordnetem Notfallspray
- Notfallvermeidungs-/Selbstbehandlungsplan hinzuziehen
- Beobachtung und Kontrolle auf Atmung, Hautfarbe, Puls, Bewusstsein
- Enge Kleidung öffnen
- Notarzt rufen, wenn keine Besserung eintritt, Patient kaum sprechen kann oder das Bewusstsein eingeschränkt ist
- ...

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Wie lange dauert die Therapie bei einer Hyposensibilisierung?

3-5 Jahre

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Was versteht man unter dem Begriff "Exazerbation"?

Komplikation/Plötzliche Verschlimmerung der Symptome einer bestehenden, meist chronischen Erkrankung.

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Wie viele Atemzüge die Minute hat ein Neugeborenes ungefähr?

30-50 Atemzüge

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Was ist Asthma Bronchiale?

- eine chronische, entzündliche Erkrankung der Atemwege, die durch überempfindliche Bronchien gekennzeichnet ist

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Was beschreibt die EACH-Charta?

Zehn Artikel, welche die Rechte von kranken Kindern und Jugendlichen umfassen und das Wohl und den Schutz dieser vor, während und nach einem Krankenhausaufenthalt (oder anderen Einrichtungen des Gesundheitswesens) sicherstellen sollen.

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Beschreiben Sie in eigenen Worten, was unter einer Hyposensibilisierung zu verstehen ist.

  • eine Behandlungsmethode bei Allergien, bei der der Körper systematisch an ein bestimmtes Allergen gewöhnt wird. 
  • Dabei werden über einen längeren Zeitraum kleine, steigende Mengen des Allergens verabreicht, um die Überempfindlichkeit zu verringern.
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Übersetzen Sie die Begriffe "Kehlkopf" und "Zwerchfell" ins Lateinische.

- Kehlkopf: Larynx
- Zwerchfell: Diaphragma

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Welche zwei Aspekte gilt es bei der Erfassung der Atemfrequenz von Kindern/Säuglingen zu beachten?

- Atemzüge schlecht sichtbar, daher Zählen mit Hand auflegen/Stehtoskop empfohlen
- Atemfrequenz muss in einer ruhigen Minute (Schlaf, ruhiges Spiel) gezählt und das Zählen den Kindern nicht mitgeteilt werden, da Atemfrequenz sonst verfälscht wird?

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Nennen Sie drei Symptome von Asthma Bronchiale.

  • Erschwerte Atmung bis hin zur Atemnot (vor allem beim Ausatmen)
  • pfeifende (oder giemende) Atemgeräusche
  • Husten (besonders nachts oder früh morgens und bei Belastung)
  • Engegefühl im Brustkorb
  • Kurzatmigkeit und Tachypnoe
  • Schwierigkeit beim Ausatmen
  • Hochziehen der Schultern
  • Überblähung des Brustkorbs
  • Schwerer Asthmaanfall: Blaue Lippen & Unfähigkeit zu laufen oder zu sprechen
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Beschreiben Sie drei der zehn Artikel der EACH-Charta in eigenen Worten.

Art. 1: Kinder sollen nur dann in ein Krankenhaus aufgenommen werden, wenn die medizinische Behandlung, die sie benötigen, nicht ebenso gut zu Hause oder in einer Tagesklinik erfolgen kann.

Art. 2: Kinder im Krankenhaus haben das Recht, ihre Eltern oder eine andere Bezugsperson jederzeit bei sich zu haben.

Art. 3: Bei der Aufnahme eines Kindes ins Krankenhaus soll allen Eltern die Mitaufnahme angeboten werden, und ihnen soll geholfen und sie sollen ermutigt werden zu bleiben. Eltern sollen daraus keine zusätzlichen Kosten oder Einkommenseinbußen entstehen. Um an der Pflege ihres Kindes teilnehmen zu können, sollen Eltern über die Grundpflege und den Stationsalltag informiert werden. Ihre aktive Teilnahme daran soll unterstützt werden.

Art. 4: Kinder und Eltern haben das Recht, in angemessener Art ihrem Alter und ihrem Verständnis entsprechend informiert zu werden. Es sollen Maßnahmen ergriffen werden, um körperlichen und seelischen Stress zu mildern.

Art. 5: Kinder und Eltern haben das Recht, in alle Entscheidungen, die ihre Gesundheitsfürsorge betreffen, einbezogen zu werden. Jedes Kind soll vor unnötigen medizinischen Behandlungen und Untersuchungen geschützt werden.

Art. 6: Kinder sollen gemeinsam mit Kindern betreut werden, die von ihrer Entwicklung her ähnliche Bedürfnisse haben. Kinder sollen nicht in Erwachsenenstationen aufgenommen werden. Es soll keine Altersbegrenzung für Besucher von Kindern im Krankenhaus geben.

Art. 7: Kinder haben das Recht auf eine Umgebung, die ihrem Alter und ihrem Zustand entspricht und die ihnen umfangreiche Möglichkeiten zum Spielen, zur Erholung und Schulbildung gibt. Die Umgebung soll für Kinder geplant, möbliert und mit Personal ausgestattet sein, das den Bedürfnissen von Kindern entspricht.

Art. 8: Kinder sollen von Personal betreut werden, das durch Ausbildung und Einfühlungsvermögen befähigt ist, auf die körperlichen, seelischen und entwicklungsbedingten Bedürfnisse von Kindern und ihren Familien einzugehen.

Art. 9: Die Kontinuität in der Pflege kranker Kinder soll durch ein Team sichergestellt sein.

Art. 10: Kinder sollen mit Takt und Verständnis behandelt werden, und ihre Intimsphäre soll jederzeit respektiert werden

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Nennen Sie vier-fünf Aspekte, die bei der Therapie (Hyposensibilisierung) von Patienten beachtet werden sollten.

1. Injektionstermine bzw. Einnahme der Tropfen/Tabletten zuverlässig einhalten
2. Am Tag der Injektion:
- keinen Alkohol trinken
- keine schweren Mahlzeiten zu sich nehmen
- körperliche Anstrengung vermeiden
- Nach der Injektion 30 Minuten in der Praxis bleiben
3. Den Arzt vor jeder Spritze informieren bei:
- Infekten (Fieber, Erkältung)
- neuen Medikamenten
- Schwangerschaft oder geplanter Schwangerschaft
- schlechter Verträglichkeit der letzten Spritze
- geplanter Impfung, Reise oder Wettkampf
- Verschlechterung des Gesundheitszustandes
4. Zusätzlich:
- Bestimmte Medikamente (z. B. Betablocker, ACE-Hemmer) nicht einnehmen (darf nicht)

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Nennen Sie fünf Hygienemaßnahmen, die im Rahmen von RSV bei Kindern im Krankenhaus wohl eine Rolle spielen.

- Isolation des Patientenzimmers
- Hygienische Händedesinfektion
- Hygienisches Husten in die Ellenbeuge
- regelmäßiges Händewaschen
- regelmäßiges Reinigen von Kinderspielzeug
- Aufklärung der Eltern über Hygienemaßnahmen im Krankenhaus
- Schutzkleidung anziehen bei Betreten des Zimmers

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Erklären Sie, warum Neugeborene schneller einen O²-Abfall schon bei kurzen Atempausen haben (demnach schneller dekompensieren)

- Ngb. haben eine sehr kleine Residualkapazität, also kaum einen "Puffer"
- Ngb. haben enge Luftwege und die Atemmuskulatur ist noch in der Entwicklung und demnach schneller erschöpft

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Definieren Sie den Begriff "Auslöser" im Zusammenhang mit Asthma Bronchiale. 

  • Auslöser sind äußere oder innere Reize, die einen Asthmaanfall hervorrufen oder die Beschwerden verstärken können, indem sie eine Entzündungsreaktion und Verengung der Bronchien auslösen., z.B. Allergene oder kalte/trockene Luft
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Nennen Sie drei von vier unterschiedliche Arten von Asthmaanfällen, die bei Asthma Bronchiale auftreten können.

1. Allergischer Anfall (ausgelöst durch Allergen)
2. Nicht-Allergischer Anfall (ausgelöst durch z.B. Stress, Kälte, Infekte)
3. Belastungsasthma (ausgelöst durch körperliche Anstrengung)
4. Status asthmaticus (anhaltender, lebensbedrohlicher Anfall)

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Nennen Sie fünf Aspekte, bei denen eine Hyposensibilisierung als besonders erfolgsversprechend gilt.

1. Alter < 50 Jahre
2. Beschwerden nur von wenigen Allergenen ausgelöst
3. Allergie gegen Insektengift
4. Allergie gegen Pollen
5. Allergischer Schnupfen
6. Leichtes oder mittelschweres Asthma, wenn durch Pollen oder Hausstaubmilben verursacht.

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Nennen Sie fünf anatomische/physiologische Unterschiede zwischen kindlichen und erwachsenen Atemwegen.

- Die Zunge eines Kleinkindes ist im Verhältnis zur Mundhöhle recht groß
- Die Epiglottis ist bei Kleinkindern U-förmig, weicher und länger
- Der Larynx steht bei Kleinkindern höher
- Die Halsmuskulatur von Kleinkindern ist noch schwach ausgebildet
- Die Trachea ist kurz und weich
- Der Carinawinkel ist symmetrisch (=die Stelle, an der sich Luftröhre in rechten und linken Hauptbronchus aufteilt)
- Kinder haben häufiger ein respiratorisches Problem in einer Notfallsituation
- Kleinkinder neigen eher zu Infektionskrankheiten der oberen Luftwege

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Erklären Sie, warum Neugeborene im Vergleich mit Erwachsenen eine höhere physiologische Atemfrequenz haben.

- Ngb. brauchen mehr Sauerstoff pro kg KG als Erwachsene (=Großer O²-Verbrauch)
- Zur Deckung dieses Bedarfs müssen Ngb. schneller atmen und mehr Luft in die Alveolen bringen

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Erklären Sie die drei pathophysiologischen Mechanismen, die bei Asthma Bronchiale eine Rolle spielen.

1. Verkrampfung der Bronchialmuskulatur
2. Schwellung der Schleimhaut (Entzündung) und Verdickung der Bronchialwand
3. vermehrte Schleimbildung (zäh, klebrig)

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Erklären Sie, wie es im Körper zu einer allergischen Reaktion kommt (3 Schritte).

1. Immunsystem reagiert überempfindlich auf eigentlich harmlose Stoffe (Allergene)
2. Der Körper bildet Antikörper (meist IgE)
3. Bei einem erneuten Kontakt werden Botenstoffe wie Histamin freigesetzt, die Entzündung, Schwellung und andere allergische Symptome verursachen

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Nennen Sie je drei Vor- und drei Nachteile einer Hyposensibilisierung.

Vorteile:
- Behandlung der Ursache
- Langfristige Wirkung
- Weniger Medikamente nötig
- Gute Wirksamkeit bei bestimmten Erkrankungen und frühem Beginn
- Kein Risiko (außer überschaubare Nebenwirkungen)
- Langfristig wirtschaftlicher Vorteil für Gesellschaft
- Verbesserung Lebensqualität

Nachteile:
- Lange Therapiedauer (3-5 J.)
- Zeitlicher Aufwand (häufige Injektionen 7-14 Tage + 30 Min. Wartezeit Praxis nach jeder Injektion)
- Nebenwirkungen möglich
- Während Behandlungsdauer Einschränkungen im Alltag, ggf. Lebensqualität
- Hohe Compliance mit konsequente Mitarbeit erforderlich
- ­Belastung, v.a. für Kinder, aufgrund eines mangelnden Krankheitsverständnisses (psychisch/physisch)
- Keine 100% Garantie auf Erfolg + „Rückfallrisiko“
- Nicht für alle Allergene wirksam

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