Bedürfnisse & Persönlichkeit
Wahrnehmung & Menschenkenntnis
Kommunikation
Konflikte & Deeskalation
Gruppen, Stress & Panik
Fälle aus dem Sicherheitsdienst
100

Was sind Bedürfnisse? Nenne je ein Individual- und ein Kollektivbedürfnis.

Bedürfnisse sind Dinge, die Menschen brauchen oder sich wünschen. Individualbedürfnis: z. B. Essen oder Anerkennung. Kollektivbedürfnis: z. B. öffentliche Sicherheit.

100

Was bedeutet Wahrnehmung? Nenne drei Faktoren, die sie beeinflussen können.

Wahrnehmung ist das Aufnehmen und Verarbeiten von Reizen über die Sinne. Einflussfaktoren sind z. B. Stress, Müdigkeit, Gefühle, Erfahrungen, Krankheit, Alkohol oder Drogen.

100

Unterscheide verbale, nonverbale und paraverbale Kommunikation mit je einem Beispiel.

Verbal: sprachlicher Inhalt, z. B. „Bitte warten Sie hier“. Nonverbal: Körpersprache, z. B. Gestik oder Mimik. Paraverbal: wie etwas gesprochen wird, z. B. Tonfall, Lautstärke oder Sprechtempo.

100

Was ist ein Konflikt? Was bedeuten Eskalation und Deeskalation?

Konflikt: unterschiedliche Interessen, Ziele oder Meinungen treffen aufeinander und werden als unvereinbar erlebt. Eskalation: der Konflikt verschärft sich. Deeskalation: gezielte Maßnahmen beruhigen die Situation und bauen Spannung ab.

100

Unterscheide Eustress und Disstress. Nenne je ein Beispiel.

Eustress wird als bewältigbare Herausforderung erlebt und kann motivieren, z. B. positive Aufregung vor einer Aufgabe. Disstress wird als belastend oder überfordernd erlebt, z. B. anhaltender Zeitdruck mit Konzentrationsproblemen.

100

Ein älterer Besucher fragt am Empfang zum dritten Mal nach dem Ausgang. Er scheint dich schlecht zu verstehen. Wie reagierst du angemessen?

Geduldig und respektvoll bleiben; deutlich und in kurzen Sätzen erklären, bei Bedarf den Weg zeigen. Nachfragen, ob Unterstützung gewünscht ist. Nicht bevormunden und nicht allein aus dem Alter auf Fähigkeiten schließen.

200

Nenne die fünf Stufen der Bedürfnispyramide nach Maslow von unten nach oben.

Physiologische Grundbedürfnisse; Sicherheit; soziale Bedürfnisse; Wertschätzung/Ich-Bedürfnisse; Selbstverwirklichung. Die Pyramide ist ein vereinfachtes Modell, keine starre Regel für jeden Menschen.

200

Was ist selektive Wahrnehmung? Welche Gefahr besteht dabei im Sicherheitsdienst?

Wir nehmen nur einen Teil der Reize bewusst wahr; andere werden ausgeblendet. Wer sich z. B. nur auf einen lautstarken Gast konzentriert, kann eine andere Gefahrenquelle übersehen. Deshalb die gesamte Lage weiter beobachten.

200

Was bedeutet aktives Zuhören? Nenne vier geeignete Verhaltensweisen.

Dem Gegenüber aufmerksam zuhören und Verständnis prüfen: ausreden lassen, offene Körperhaltung, passende Blickzuwendung, gezielt nachfragen und das Gesagte in eigenen Worten zusammenfassen. Verstehen bedeutet nicht automatisch zustimmen.

200

Erkläre Frustration und Frustrationsschwelle. Führt Frustration zwangsläufig zu Aggression?

Frustration entsteht z. B., wenn ein Ziel verhindert wird oder Erwartungen enttäuscht werden. Die Frustrationsschwelle beschreibt, wie viel Enttäuschung jemand aushält, bevor die Reaktion deutlich stärker wird. Aggression ist eine mögliche, aber keine zwangsläufige Folge.

200

Welche Merkmale unterscheiden eine formelle von einer informellen Gruppe? Gib jeweils ein Beispiel.

Beide können gemeinsame Ziele, Regeln und ein Wir-Gefühl haben. Formell: offiziell organisiert, z. B. ein eingeteiltes Sicherheitsteam. Informell: durch persönliche Kontakte entstanden, z. B. ein Freundeskreis oder eine freiwillige Lerngruppe.

200

Drei Jugendliche stellen sich vor den Eingang und lachen über deine Aufforderung, den Durchgang freizuhalten. Wie setzt du eine klare Grenze, ohne zu provozieren?

Ruhig, freundlich und selbstsicher ansprechen: „Bitte haltet den Eingang frei, damit alle durchkommen. Ihr könnt euch dort drüben unterhalten.“ Regel kurz erklären, Alternative anbieten, keine Bloßstellung. Verhalten weiter beobachten und bei Bedarf Unterstützung hinzuziehen.

300

Unterscheide primäre und sekundäre Motive sowie intrinsische und extrinsische Motivation. Nenne jeweils ein Beispiel.

Primäre Motive sind angeboren, z. B. Hunger. Sekundäre Motive sind erworben, z. B. das Streben nach Statussymbolen. Intrinsisch: Handeln aus Interesse oder Freude. Extrinsisch: Handeln wegen äußerer Anreize, z. B. einer Prämie.

300

Was sind Selbstbild und Fremdbild? Warum kann ein Abgleich für Sicherheitskräfte hilfreich sein?

Selbstbild: wie ich mich selbst sehe. Fremdbild: wie andere mich wahrnehmen. Ein Abgleich durch Feedback und Selbstreflexion zeigt z. B., ob ein als bestimmt gemeintes Auftreten auf andere einschüchternd wirkt.

300

Unterscheide offene, geschlossene und Suggestivfragen. Gib für jede Art ein Beispiel und erkläre ein Risiko der Suggestivfrage.

Offen: „Was ist passiert?“ Geschlossen: „War die Tür offen?“ Suggestiv: „Der Gast hat Sie doch zuerst beleidigt, oder?“ Suggestivfragen legen eine Antwort nahe und können Aussagen beeinflussen.

300

Was ist Aggression? Nenne eine verbale und eine körperliche Form sowie drei mögliche Auslöser.

Aggression ist auf Schädigung oder feindseliges Vorgehen gerichtetes Verhalten. Verbal: Beschimpfen oder Bedrohen. Körperlich: Schlagen oder Treten. Mögliche Auslöser: Frustration, Provokation, Stress, Missverständnisse oder Alkohol-/Drogeneinfluss.

300

Unterscheide Gruppe, Menge und Masse anhand von Zusammenhalt, Ziel und Stimmung.

Gruppe: vergleichsweise beständiger Zusammenhalt, gemeinsame Ziele und ein Wir-Gefühl. Menge: zufälliges Nebeneinander ohne engeren Zusammenhalt, z. B. Wartende an einer Haltestelle. Masse: viele Menschen, die durch eine gemeinsame Ausrichtung oder Stimmung verbunden sind, z. B. ein Konzertpublikum.

300

Ein alkoholisierter Gast kommt dir sehr nahe und beleidigt dich, greift aber nicht an. Nenne vier geeignete Reaktionen und formuliere eine Grenze.

Abstand herstellen; Eigensicherung und Ausweichmöglichkeit beachten; ruhig und verständlich sprechen; Beleidigungen nicht persönlich nehmen; bei Bedarf Kollegen hinzuziehen. Grenze: „Bitte halten Sie Abstand. Ich kläre Ihr Anliegen, wenn wir ruhig miteinander sprechen.“ Alkoholeinfluss nicht als sicheren Beweis für Aggressivität behandeln.

400

Worin unterscheiden sich Selbstwertgefühl, Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen?

Selbstwertgefühl: den eigenen Wert empfinden und sich annehmen. Selbstbewusstsein: eigene Eigenschaften, Stärken und Grenzen kennen. Selbstvertrauen: darauf vertrauen, Herausforderungen mit den eigenen Fähigkeiten bewältigen zu können.

400

Erkläre Halo-Effekt, Primacy-Effekt und Kontrastfehler anhand ihrer Unterschiede.

Halo-Effekt: ein auffälliges Merkmal überstrahlt die Gesamtbeurteilung. Primacy-Effekt: der erste Eindruck prägt das Urteil besonders stark; spätere Informationen werden zu wenig berücksichtigt. Kontrastfehler: der Vergleich mit anderen Personen verzerrt die Einschätzung.

400

Welche vier Seiten hat eine Nachricht nach Schulz von Thun? Ordne sie dem Satz „Die Tür steht noch offen“ zu.

Sachinhalt: Die Tür ist offen. Selbstoffenbarung: z. B. Ich bin darüber besorgt. Beziehung: z. B. Ich erwarte Aufmerksamkeit von dir. Appell: z. B. Schließe die Tür. Die genaue Bedeutung hängt vom Kontext und der Absicht des Senders ab.

400

Was bedeutet Aggressionsverschiebung? Gib ein Beispiel aus dem Sicherheitsdienst und erkläre eine geeignete Reaktion.

Aggression richtet sich gegen eine andere Person als den eigentlichen Auslöser. Beispiel: Ein Gast ist wegen einer Entscheidung des Veranstalters wütend und beschimpft die Sicherheitskraft. Diese bleibt sachlich, nimmt es nicht persönlich, benennt Grenzen und erklärt Handlungsmöglichkeiten.

400

Was unterscheidet Panik-Starre und Panik-Sturm? Wie sollte eine Sicherheitskraft jeweils unterstützen?

Panik-Starre: eine Person erstarrt und kann kaum handeln; ruhig direkt ansprechen und kurze, konkrete Anweisungen geben. Panik-Sturm: hektisches, unkontrolliertes Handeln oder Flucht; ruhig Orientierung geben und sichere Wege weisen. In beiden Fällen Eigensicherung und die Gesamtlage beachten.

400

Am Einlass wird einem Gast wegen eines ungültigen Tickets der Zutritt verweigert. Er ruft: „Ich habe bezahlt! Sie behandeln mich wie einen Betrüger!“ Welche beiden Ebenen des Eisbergmodells sind betroffen? Formuliere eine deeskalierende Antwort.

Sachebene: Ticketgültigkeit und Zutrittsregel. Beziehungsebene: Ärger, Enttäuschung und das Gefühl, abgewertet zu werden. Antwort: „Ich verstehe, dass Sie verärgert sind. Es geht um die Gültigkeit des Tickets. Lassen Sie uns das mit der zuständigen Stelle prüfen.“ Keine feste Prozentverteilung nötig.

500

Was sind ein Affekt und eine Affekthandlung? Erkläre zwei Konsequenzen für das Verhalten einer Sicherheitskraft.

Affekt: plötzliches, starkes, meist kurzes Gefühl, z. B. Wut oder Angst. Affekthandlung: impulsives Handeln unter diesem Gefühl mit geringer Beachtung der Folgen. Sicherheitskraft: Abstand und Eigensicherung wahren; ruhig und klar sprechen, nicht provozieren und bei Bedarf Unterstützung holen.

500

Wie kann eine Sicherheitskraft Vorurteile begrenzen und interkulturell kompetent handeln? Nenne vier konkrete Maßnahmen.

Personen nach beobachtbarem Verhalten und Fakten beurteilen; erste Eindrücke hinterfragen; eigene Annahmen reflektieren; respektvoll und verständlich kommunizieren und bei Unklarheiten nachfragen. Kulturelle Unterschiede berücksichtigen, ohne Eigenschaften pauschal einer ganzen Gruppe zuzuschreiben.

500

Ein Gast sagt trotzig: „Du hast mir gar nichts zu sagen!“ Welche drei Ich-Zustände beschreibt die Transaktionsanalyse? Formuliere eine Antwort aus dem Erwachsenen-Ich.

Eltern-Ich: fürsorglich oder belehrend/kritisierend. Erwachsenen-Ich: sachlich, reflektiert. Kind-Ich: z. B. spontan oder trotzig. Geeignete Antwort: „Für den Einlass benötigen Sie ein gültiges Ticket. Wir können gemeinsam prüfen, ob Ihr Ticket gültig ist.“ Keine Abwertung oder Gegenprovokation.

500

Nenne sechs konkrete Maßnahmen zur Deeskalation und erkläre, warum Eigensicherung dabei Vorrang hat.

Geeignete Maßnahmen: Lage beurteilen; Abstand halten; ruhig und sachlich sprechen; aktiv zuhören; klare, respektvolle Grenzen nennen; realistische Alternativen anbieten; bei Bedarf Unterstützung holen. Eigensicherung verhindert, dass die Sicherheitskraft durch Nähe, Provokation oder Überforderung selbst gefährdet wird.

500

Nenne sechs organisatorische Maßnahmen, die bei einer Großveranstaltung gefährliches Gedränge und Panik vorbeugen können.

Besucherzahl begrenzen; Flucht- und Rettungswege freihalten und kennzeichnen; ausreichend geschultes Personal einsetzen; funktionierende Kommunikationswege sichern; klare Besucherinformationen geben; mit Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst abgestimmt planen. Je nach Veranstaltung zusätzlich geeignete Absperrungen/Wellenbrecher und geordnete Einlasskontrollen.

500

Nach einem lauten Knall drängen Besucher einer Veranstaltung zum Ausgang. Eine Person steht reglos im Durchgang. Nenne fünf vorrangige Maßnahmen des Sicherheitsdienstes.

Eigensicherung und schnelle Lagebeurteilung; Alarm und Unterstützung nach Einsatzplan veranlassen, bei akuter Gefahr erforderliche Rettungskräfte verständigen; ruhige, kurze Anweisungen geben; Besucher über sichere, freie Fluchtwege lenken und Gedränge nicht verstärken; die erstarrte Person gezielt ansprechen und, soweit sicher möglich, aus der Gefahrenzone begleiten. Keine eigene ungesicherte Gefahrenquelle aufsuchen.

M
e
n
u