Subsistenzwirtschaft
Eine Form der Landwirtschaft, bei der nur für den eigenen Bedarf produziert wird – also kaum oder gar kein Verkauf von Überschüssen stattfindet.
Tertiärisierung
Der wirtschaftliche Wandel, bei dem immer mehr Menschen im Dienstleistungssektor (tertiärer Sektor) arbeiten, z. B. in Handel, Bildung oder IT, während Industrie und Landwirtschaft an Bedeutung verlieren.
Terms of Trade
Das ist das Verhältnis zwischen den Preisen von Exporten und Importen eines Landes.
Wenn ein Land für seine Exporte mehr bekommt als es für Importe zahlen muss → gute ToT. Wenn es umgekehrt ist → schlechte ToT.
Schengenraum
Ein Gebiet in Europa, in dem Grenzkontrollen abgeschafft wurden. Menschen können sich frei zwischen den Mitgliedsstaaten bewegen – das erleichtert Migration, Reisen und Arbeiten innerhalb Europas.
Historisch-genetische Stadtentwicklun
Eine Stadt, deren Struktur und Aussehen stark von ihrer Entstehungszeit geprägt ist – z. B. mittelalterliche Altstädte mit engen Gassen oder Planstädte aus der Industrialisierung mit Rastermuster.
→ Man „liest“ die Stadtgeschichte am Stadtbild ab.
Humusschicht
Die oberste, fruchtbare Schicht des Bodens, die viel organisches Material (z. B. abgestorbene Pflanzenreste) enthält und wichtig für das Pflanzenwachstum ist.
Reindustrialisierung
Die Reindustrialisierung ist ein wirtschaftspolitischer und struktureller Prozess, bei dem versucht wird, die industrielle Produktion in einer Region oder einem Land wieder zu stärken oder auszubauen, nachdem sie zuvor durch Deindustrialisierung (z. B. durch Werksschließungen, Auslagerung ins Ausland oder Digitalisierung) stark zurückgegangen ist.
Fragmentierung (lokal, global)
Fragmentierung beschreibt die ungleiche Entwicklung zwischen Ländern oder Regionen – also dass sich die Welt in reiche, hochentwickelte und arme, abgehängte Räume aufteilt.
Diese Spaltung zeigt sich z. B. in Wirtschaftskraft, Bildung, Zugang zu Technik oder medizinischer Versorgung.
Man spricht auch von einer zunehmenden Zersplitterung der Welt in „Gewinner“ und „Verlierer“ der Globalisierung – sowohl global zwischen Ländern als auch lokal innerhalb eines Landes (z. B. Stadtviertel mit und ohne Chancen).
Button-Up-Prinzip
Eine Entwicklung, die von unten nach oben stattfindet – also von der Bevölkerung, lokalen Initiativen oder Gemeinden ausgeht, nicht von der Regierung.
Beispiel bei Migration: Migrant*innen gründen eigene Netzwerke, die später sogar politische Maßnahmen beeinflussen.
Primacy Index
Ein Maß dafür, wie dominant die größte Stadt eines Landes ist.
Je höher der Index, desto stärker überragt die Hauptstadt oder Metropole alle anderen Städte – oft mit Folgen wie Zentralisierung oder Ungleichverteilung.
Milpa-Solar-System
Ein traditionelles Anbausystem in Mittelamerika, bei dem Mais (Milpa), Bohnen und Kürbis gemeinsam auf einem Feld wachsen – das fördert Bodenerhalt und gute Erträge.
Fertigungstiefe
Gibt an, wie viel ein Unternehmen selbst produziert (hohe Fertigungstiefe) und wie viel von Zulieferern bezogen wird (niedrige Fertigungstiefe).
Gini-Index
Ein Maß für Ungleichheit in der Einkommensverteilung:
• 0 = alle verdienen gleich viel
• 100 = eine Person hat alles
Je höher der Wert, desto ungleicher ist die Verteilung im Land.
Importsubstitution
Eine Strategie, bei der Länder versuchen, eigene Industrien aufzubauen, um weniger vom Import aus dem Ausland abhängig zu sein.
Melting Pot
Bezeichnet eine Stadt (z. B. New York), in der Menschen aus vielen Kulturen zusammenleben und sich vermischen – wie in einem Schmelztiegel.
→ Typisch für Einwanderungsstädte mit hoher kultureller Vielfalt.
Zweischichttonimerale
Tonminerale mit einer zweischichtigen Kristallstruktur, die nur wenig Wasser speichern können und daher kaum aufquellen oder schrumpfen – wichtig für die Bodenfruchtbarkeit
Agglomerationsvorteil
Vorteile, die Unternehmen haben, wenn sie sich räumlich nahe bei anderen Firmen ansiedeln, z. B. wegen kurzer Transportwege, Fachkräfteangebot oder gemeinsam genutzter Infrastruktur.
Dependenztheorie
Eine Theorie, die sagt: reiche Länder (Industrienationen) halten arme Länder (Entwicklungsländer) wirtschaftlich abhängig, z. B. durch Ausbeutung von Rohstoffen oder Handelssysteme.
demographische Dividende
Das ist ein zeitlich begrenzter Vorteil, den ein Land hat, wenn besonders viele Menschen im arbeitsfähigen Alter (ca. 15–64 Jahre) sind und weniger Kinder und alte Menschen versorgt werden müssen.
Mehr Leute können arbeiten und Steuern zahlen, während weniger Menschen auf Unterstützung angewiesen sind.
Das schafft Wirtschaftswachstum – aber nur, wenn es genug Jobs, Bildung und Gesundheitsversorgung gibt.
System der Zentralen Orte
Ein Modell, das erklärt, wie Städte und Dörfer hierarchisch angeordnet sind – mit höheren Zentralen Orten (z. B. Großstädte mit Unis und Krankenhäusern) und niedrigeren (z. B. Dörfer mit Bäcker und Schule).
→ Ziel: Versorgung der Bevölkerung mit Gütern und Dienstleistungen.
Kationenaustauschkapazität
Sie zeigt, wie gut ein Boden Nährstoffe festhalten und an Pflanzen abgeben kann.
Die Nährstoffe (z. B. Kalium, Calcium) sind kleine positiv geladene Teilchen, die sich an negative Teilchen im Boden heften – vor allem an Ton und Humus.
Je höher die KAK, desto nährstoffreicher und fruchtbarer ist der Boden, weil er mehr Nährstoffe speichern und abgeben kann. Besonders Tonminerale und Humus haben eine hohe KAK.
Produktlebenszyklus
Beschreibt die typischen Phasen eines Produkts auf dem Markt: Einführung, Wachstum, Reife, Sättigung und Rückgang –
BRICS-Staaten
Eine Gruppe von aufstrebenden Ländern mit wachsender wirtschaftlicher Macht:
Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika
→ oft als Gegengewicht zu den westlichen Industrienationen gesehen.
Polarisationsumkehr-Theorie
Diese Theorie besagt, dass sich Bevölkerung und Wohlstand zunächst auf große Städte konzentrieren („Polarisierung“), aber später auch in ländlichere Räume zurückfließen („Umkehr“), z. B. wenn Städte zu voll oder zu teuer werden.
Urban Sprawl
Bezeichnet die ungeplante, flächenhafte Ausbreitung von Städten ins Umland – oft mit viel Verkehr, Zersiedelung und Naturverlust.
Typisch für Auto-orientierte Städte, z. B. in den USA oder Randbereiche europäischer Städte.
Detroit zeigt sehr gut, wie Urban Sprawl zu einer Zersiedelung führen kann, die sowohl soziale als auch wirtschaftliche Probleme mit sich bringt. Durch das unkontrollierte Wachstum in den Vororten sind Ressourcen und Infrastruktur zunehmend überlastet, und die Innenstadt verfällt, was zu einer starken Segregation und einem Verlust von Stadtidentität führt.