Unterricht allgemein
Feedback allgemein
Lehrende und Lerner
Rahmenmodell
Formative Evaluation
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Welche Akteure innerhalb der Schule können in den Feedbackprozess eingebunden werden?
- Schulleitung - Lehrer - Schüler - Peers - Kollegen
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Definiere: Was ist "Feedback"?
„Feedback ist eine offene Rückmeldung an eine Person oder an eine Gruppe, wie ihr Verhalten von anderen wahrgenommen und gedeutet wird.“ „Feedback ist die Information, mit der Lernende Informationen in ihrem Gedächnis bestätigen, hinzufügen, überschreiben, anpassen oder restrukturieren können.“
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Wer gibt im Klassenzimmer das meiste Feedback? Ist es Lernförderlich?
Das meiste Feedback geben die Peers. Es ist aber oft wenig förderlich da es meist unstrukturiert und fehlerhaft ist oder die Lösung "vorsagt".
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Wer versorgt beim Feedback-Rahmenmodell die Lernenden mit dem nötigen Feedback und welches Ziel hat dieses?
Die Lehrperson vermittelt den Lernenden eine Strategie, die Lücke zwischen Aufgabe und adäquater Lernleistung zu überbrücken. Dazu dienen die Fragen "Wohin gehst du - Wie kommst du voran - Wohin geht es danach?"
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Was unterscheidet Feedback von Formativer Evaluation?
Formative Evaluation ist Feedback, das den Lernprozess beeinflusst - im Gegensatz zu sunmmativer Evaluation als Abschluss einer Unterrichtseinheit
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Welche Elemente der Unterrichtsplanung tragen zur Lernleistung entscheidend bei?
- anspruchsvolle spezifische Lernziele - Advance Organizer, d.h. Transparenz von Lernzielen und Erfolgskriterien
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Welche Feedbackform hat einen negativen Effekt auf die Lernleistung? Beschreibe weshalb.
Extrinsische Belohnung wie Lob, Sticker oder Freizeit, da sie keine Information zum Lernprozess geben.
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An welchen verbalen und nonverbalen Anzeichen bemerkt eine Lehrperson, dass Schüler Unterstützung oder Feedback benötigen?
verbale Anzeichen: - fehlerhafte Antworten - Verständnis-Nachfragen - erbrachte verbale Lernleistung nonverbale Anzeichen: - magelnde Motivation, Unruhe oder Lärm - keine Antworten auf Lehrpersonfragen - erbrachte schriftliche Lernleistung
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Auf welchen vier Ebenen wirkt eine Feedbackfrage und wie? Wie kann man diese Ebenen beeinflussen?
- Aufgabe: richtig/falsch?, Qualität der Leistung? - Prozess: angemessene Strategien? - Selbstregulation: Wissen über Selbst, eigenes Tun? - Selbst: Selbstbild? Un-/sicherheit?
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Eine Schülerin soll über die Erzeugungs- und Transportkette von Cornflakes schreiben, findet aber kein Material im Internet. Formuliere drei Fragen, mit denen du ihr bei ihrem Problem weiterhelfen kannst.
Methode: "Wohin geht es - Wie hej´ht es? Wie weiter?": Beipiel: Was genau ist deine Aufgabe? Welche der besprochenen Recherechemethoden hast du bis jetzt angewendet, welche nicht? Woran siehst du, wann du genügend gutes Material zusammen hast?
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Welcher Feedbackmechanismus stellt sicher, das alle Lernenden einen ähnlichen und hohen Lernleistungsstand haben?
Mastery Learning, d.h. Lern-Feedbackkreislauf, bis Lerninhalte von allen Lerneneden verstanden und sicher angewendet werden
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Nenne drei effektive Formen von Feedback. Beschreibe ihre Wirkung und eine Praxisanwendung.
- Formative Evaluation: Analyse der Lernleistung der Lernenden und der Lehreffekte der Lehrperson: optimiert den Unterricht, z.B.mittels Videoanalyse, Fragebogen, Potfolio - Aufgabenbezogenes Feedback durch Lehrpersonen, z.B. "Was ist das Ziel - wo stehst du gerade - wie kannst du die Lücke füllen?" - Fragen stellen: z.B. um zu durchdachten Antworten anzuleiten und den Stoff einzuprägen
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Welche Feedbackmechanismen stehen einer Lehrperson in der Interaktion mit den Lernenden zu Verfügung, um deren Lernfortschritt optimal zu unterstützen? Beschreibe die Mechanismen, deren Richtung und nenne dazu Beispiele
- Feedback suchen: Lp. bei Ln. durch Analyse des Datenmaterials - Feedback einfordern: Lp. bei Ln. durch Nachfrage ob und welche Unterstützung benötigt wird - Feedback geben: Lp. an Ln. durch Verifikation, Hinweis, Untertstützung, Beispiel - Feedback delegieren: mittels Feedback durch Peers an Ln.
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Du hast eine Schülerin, die zwar gut erklären kann, aber bei der praktischen Anwendung schnell das Handtuch schmeißt, mit der Aussage, sie wisse nicht, wie die Aufgabe zu lösen sei. Auf welche Ebene sollte hier das Feedback zielen? Formuliere ein entsprechendes Feedback an sie.
- Angestrebte Feedbackebenen: Prozess und Sebstregulation - Feedback auf der Prozessebene: Du hast das Konzept schon gut verstanden. Wie kannst du dein Wissen hier anwenden? - Feedback auf der Selbstregulationsebene: Du hast gut aufgepasst und mitgearbeitet, um das Konzept zu verstehen. Was hindert dich momentan daran, weiterzuarbeiten?
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Nenne drei Beispiele für Formative Evaluation und beschreibe deren Einsatz im Unterricht.
- Befragung mittels Checkliste, z.B. Fragebogen, Interview, Blitzlicht, Ampelfeedback - strukturiertes Gespräch mittels Regeln und Leitfaden, z.B. Klassenrat - Kommentar mittels Datenanalyse, z.B. Mitarbeit, Leistungstest, Portfolio, Checkliste, Audiomitschnitt, Briefwechseln Lerntagebuch, Stärkenschwächenanalyse, Statistik,nSelbstevaluation, Peerevaluation - Bericht mittels Beobachtung und Beschreibung, z.B. Hospitation, Videoanalyse, Selbstreflektion
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Wo liegen die Chancen und Gefahren bei der Einführung neuer schulweiter Feedbackwerkzeuge?
Chancen: - Lernprozesse sichtbar machen - regelmäßige Rückmeldung an Lehrpersonen - Lernende nehmen die Perspektive ihrer Lehrpersonen ein - wirksame Lehrmethoden werden bestärkt - gezielter Einsatz von Beratung und Fortbildungen zur Unterrichtsoptimierung - Onlineforen wie "Spickmich" verlieren an Dynamik und Bedeutung -Backwasheffekt durch Einführung einer Feedbackkultur - offener demokratischer Umgang mit Unzufriedenheit und Kritik Risiken: - persönliche Angriffe auf Lehrpersonen - undifferenzierte ungerechte Bewertungen - Frontenverhärtung durch schlechte Einführung der Feedbackwerkzeuge oder fehlende Filtermechanismen - bei schlechter Beurteilung innere Emmigration - mangelnde Datensicherheit bei unsachgemäßer Handhabung, z.B. des Computernetzwerks - Druck durch Schulleitung statt Unterstützung bei Negativebeurteilungen - bei schlechter Bewertung und Mangel an Transparenz und Konsequenzen verlieren Lehrpersonen ihre Glaubwürdigkeit - Kosten und Zeitaufwand
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In einer siebten Klasse scheint bei einigen Lernenden nichts hängenzubleiben sobald es an die Aufgaben geht, - obwohl du alles gut erklärt hast. Welches der bisher vorgestellten Feedbackmethoden könnte dich bei der Arbeit unterstützen? Beschreibe das Werkzeug und begründe deine Wahl.
Werkzeug A: Lernzielkontrolle durch Peers ab der Primarstufe - Ablauf: Lernziel- bzw. Lerninhalt-Checkliste, bei der nacheinander Lernenende, Peers und Lehrende die Lernziele abarbeiten und evaluieren - Pro: Selbständigkeit, Entlastung, Unterrichtsoptimierung, einfach verständlich - Kontra: Aufwand, kompetenten Feedbackpartner (Peer) finden, erst am Ende der Unterrichtseinheit , Zwischenschritte sind unkonkret Werkzeug B: Lernzielcoaching durch Peers in Sek 1 - Ablauf: Feedbackalgorythmus mit Peer durchgehen - Pro: jederzeit einsetzbar, systematisch, Selbständigkeit, Entlastung, geht in die Tiefe - Kontra: Einführungsphase mit aufwändigen adaptierten Beispielen für die Schlüsselbegriffe des Algorythmus, anspruchsvoll
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Das Klima in deiner Klasse ist derzeit ziemlich mies und du weißt garnicht, woran es liegt. Welches Feedbackinstrument der heute vorgestellten hältst du am ehesten geeignet, um notwendige Veränderungen anzupacken? Begründe deine Wahl.
- Fragebogen / Pro: systematisch, transparent, anonym, verbindlich / Kontra: aufwändig, teuer, zu selten - Feedbackwand / Pro: permanent, unaufwändig, transparent, anonym, verbindlich / Kontra: kann verletzend, unqualifiziert oder nicht anonym sein - Zielscheibenfeedback / Pro: punktuell, transparent, verbindlich / Kontra: - Videoanalyse / Pro: / Kontra: - Datenanalyse durch Lehrende / Peers: / Pro: punktuell, transparent / Kontra: eventuell unverbindlich, Kommentar oder Bericht ist aufwändig, Beliebte bekommen öfters gute Bewertung
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Was unterscheidet Formative Evaluationsmethoden von anderen Feedbackwerkzeugen? Was können sie leisten und für welche Ziele sind sie ungeeignet?
- Unterschied zu summativer Evaluation: prozess- statt zielorientiert - Unterschied zu extrinsischer Belohnung: intrinsische Motivation durch eigenständige transparente Lernfortschrittsteuerung - Unterschied zu Fragen stellen und Loben:effektivere Steuerung durch Informationen über den Lernprozesse - Unterschied zu direktem Feedback: Motivation zielt auf Lernanstrengung statt auf Selbstkonzept - geeignet für: Förderung des Lernprozesses und der Unterrichtsqualität - ungeeignet für: Benotung und Vergleich mit der Lerngruppe